Stillen

Warum und wie häufig soll ich stillen?

stillen

Die Entscheidung, Ihr Baby zu stillen oder von Anfang an mit dem Fläschchen zu ernähren, sollte auf Grundlage validem aktuellen Wissensstand und nicht dubioser Ammenmärchen gefällt werden.

Die gegenwärtige Forschung geht von folgenden Vorteilen des Stillens aus:

  • Muttermilch ist so beschaffen, dass sie alle im jeweiligen Stadium benötigten Nährstoffe in der richtigen Konzentration enthält.
  • Zudem beinhaltet Muttermilch Antikörper, die helfen, Infektionen zu bekämpfen.
  • Muttermilch ist leicht verdaulich.

Auch die Mutter profitiert vom Stillen des Babys: der Rückbildungsprozess der Gebärmutter wird beschleunigt. Zudem trägt das Stillen dazu bei, dass während der Schwangerschaft zugenommene Gewicht einfacher abgenommen werden kann.



Kann ich die Milchproduktion positiv beeinflussen?

Tipps für ein einfacheres Stillen

Ja, in Maßen. Mit folgenden Maßnahmen kann die Milchproduktion angeregt werden und somit das Stillen vereinfacht werden:

  • Ihr Energiebedarf ist höher als vor der Schwangerschaft – Sie benötigen ca. 500 Kalorien mehr.
  • Trinken Sie regelmäßig einen Schluck Wasser! Insgesamt sollten Sie in der Stillzeit täglich etwa drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.
  • Auf den Konsum von alkoholischen und koffeinhaltigen Getränken sollte wie während der Schwangerschaft verzichtet werden.
  • Generell: zur Sicherstellung einer ausreichenden Nährstoffzufuhr für Ihr Baby sollten Sie versuchen, die ausgewogene Ernährung der Schwangerschaft aufrecht zu erhalten.

Schmerzen beim Stillen durch wunde oder blutige Brustwarzen

Damit das Stillen nicht zur Qual wird!

Babys können auch ohne Zähne dafür sorgen, dass die Brustwarzen blutig und offen werden und das Stillen somit äußerst schmerzhaft sein kann. So kann dann das Stillen einfacher werden:

  • Lanolin-Salbe (auf 100%-Anteil von Lanolin achten) kann brüchige Haut wieder geschmeidig machen.
  • Konzentrierter, lang gezogener Schwarztee enthält viel Gerbsäure, der den wunden Stellen hilft sich zu regenerieren.

Wird mein Baby satt vom Stillen?

Vom Zunehmen und eventuellen Zufüttern.

Vorneweg: Dass Babys in den ersten Tagen nach der Geburt etwas abnehmen, ist nicht ungewöhnlich. In der Regel erreicht das Baby zwischen dem 8. und 14. Tag wieder das Geburtsgewicht, dann sollte es regelmäßig an Gewicht zunehmen. Bis zum sechsten Monat sollte sich das Geburtsgewicht verdoppelt haben.

Wenn Ihr Baby trotz vielfältigen Bemühungen durch Stillen nicht satt wird – Anzeichen hierfür sind häufige Unruhe des Babys oder selten eingenässte Windeln – kann mit Anfangsmilch zugefüttert werden. Stimmen Sie sich in solchen Fällen aber auf alle Fälle mit dem Kinderarzt ab!

Wie soll sich die Mutter in der Stillzeit ernähren?

Damit Ihr Baby nur gutes bekommt!

Gesunde Ernährung während dem Stillen bedeutet:

  • viel trinken (Wasser, ungesüßter Stilltee)
  • viel Obst und Gemüse essen
  • mäßig Fleisch zu sich nehmen
  • wenig Fett und Zucker

Auch wenn Sie möglichst schnell wieder Ihr Traumgewicht anstreben: Essen Sie während dem Stillen so viel, dass Sie nur langsam abnehmen.

Während der Stillzeit sollten Sie Ihre während der Schwangerschaft begonnene Jodgabe fortsetzen, sonstige Nahrungsergänzungen sind während dem Stillen dagegen nicht nötig.

Genussmittel sollen in der Stillzeit noch die Ausnahme sein: Ein Glas Bier oder Wein ab und zu ist okay, idealerweise gleich nach dem Stillen. Für Nikotin gilt das Gleiche. Eine Schwangerschaft kann aber durchaus auch dazu genutzt werden, um sich das Rauchen abzugewöhnen um dem Kind künftig kein schlechtes Vorbild zu sein... 

Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können in Maßen (zwei bis drei Tassen pro Tag) genossen werden.